Studieren – aber was?

17. Januar 2012

Jedes Jahr aufs Neue stellen sich Abertausende von Abiturientinnen und Abiturienten die Frage, welches Studium wohl das richtige für sie wäre. Häufig spielt aber nicht nur der eigene Wille eine Rolle bei den Überlegungen. Der Einfluss von Eltern oder Freunden bei der Entscheidungsfindung ist häufig größer als man denkt. Und als er eigentlich sein sollte. Der nachfolgende Text gibt daher einen kurzen Überblick, auf was es bei der Studienwahl wirklich ankommt und wie man das individuell passende Studium finden kann.

Persönliche Neigungen haben bei der Studienwahl höchste Priorität
Denn bei der Wahl eines geeigneten Studienganges sollten in allererster Linie die eigenen Interessen und Fähigkeiten den Ausschlag geben. Auch die weit verbreitete Idee, seinen Studiengang nach aktuellen Bedürfnissen des Arbeitsmarktes auszurichten, kann oft in einer Sackgasse enden. Denn nach Beendigung des Studiums, welches in der Regel mindestens 3-5 Jahre dauert (je nachdem, ob man nach dem Bachelor noch einen Master draufsetzt), kann die Welt, und mit ihr der Arbeitsmarkt, schon wieder ganz anders aussehen und die Bedürfnisse sich schon längst wieder verschoben haben. Außerdem ist die Chance groß, dass einem Studium, welches man nur absolviert hat, um den Interessen anderer zu genügen, sei es der Familie, Freunde oder dem Arbeitsmarkt, auch ein Beruf folgt, der nicht den eigenen Interessen entspricht und somit schnell langweilig und unbefriedigend wird. Daher ist es in den meisten Fällen ratsam, auf die eigene innere Stimme zu hören.

Ein Beispiel: Derzeit wird überall vom Ingenieurmangel gesprochen. Viele Abiturienten entschieden sich in den letzten Jahren aufgrund dieses Themas und der vermeintlich optimalen Zukunftsperspektiven daher für ein Ingenieurstudium, wie auch die folgende Grafik zeigt:

Oftmals ist das aber nicht der richtige Weg, denn mit den zunehmenden Studentenzahlen hat sich auch die Zahl der Studienabbrecher erhöht. Viele haben ein Ingenieurstudium nur deshalb gewählt, weil es gute Aussichten bietet, aber nicht bedacht, wie schwer es ist, wenn man sich nicht wirklich für das Ingenieurwesen interessiert.

Wer Hilfe braucht bekommt auch welche
Wer noch nicht so genau weiß, was ihm gefällt und wo seine Interessen liegen, kann Hilfe bei verschiedenen Institutionen in Anspruch nehmen. Beim Arbeitsamt ist dies sogar kostenlos. Darüber hinaus bieten auch einige Unis auf ihren jeweiligen Internetseiten Fragebögen zur leichteren Entscheidungsfindung an. Etwas teurer wird es dann bei Instituten, welche durch spezielle Tests herausfinden, welche Studiengänge am ehesten zu einem passen.

Ein weiterer Tipp: Abimessen wie die „Einstieg Abi“ oder „azubi- und studientage“ bieten eine sehr gute Orientierung auf dem Weg zum richtigen Studiengang. Hier sollte man unbedingt frühzeitig die Termine in der eigenen Stadt bzw. näheren Umgebung herausfinden.

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